Three Dogs Walking Blog

Geschichten, Tipps und Inspirationen über die Gesundheit, Körpersprache und das Wohlbefinden deines Hundes.

Die Verwendung von Seife oder Shampoo zur Fellreinigung

Die Verwendung von Seife oder Shampoo zur Fellreinigung

Auf vielen Seiten im Internet ist zu lesen, dass Shampoo oder Seife dem Säureschutzmantel der Hundehaut schadet und ich will mit diesem Artikel dieser Aussage einmal ein wenig auf den Grund gehen. 

Der Säureschutzmantel der Haut

Was ist denn der Säureschutzmantel eigentlich? Als Säureschutzmantel der Haut – egal ob Mensch oder Tier – wird der Zusammenhang zwischen dem pH-Wert der Haut und der bakteriziden Wirkung der Absonderungen von Schweiß und Hautdrüsen bezeichnet. So weit so gut. Wir wissen, Hunde schwitzen nicht, bzw. nur an den Pfoten. Der Säureschutzmantel bei Hunden kann sich also nur auf die Absonderungen der Talgdrüsen zum Einfetten der Haut und des Fells sowie auf andere Drüsen, die antibakterielles Sekret und wichtige, individuelle Duftstoffe absondern, beziehen. Der Begriff des Säureschutzmantels wurde von der Werbeindustrie für diverse Hautpflegemittel aufgegriffen, um Hautpflegeprodukte zu vermarkten. Dabei sollten synthetische Reinigungsmittel diesen Säureschutzmantel besser schützen als alkalische Seifen. Nun beißt sich der Hund hier aber in den Schwanz, denn die Bestandteile dieses Säureschutzmantels waschen sich auch bei bloßer Anwendung mit Wasser ab, man muss nicht einmal eine Seife oder ein Shampoo verwenden. Wissenschaftliche Untersuchungen relativierten die schnell verbreitete Meinung, zu häufiges Waschen mit Reinigungsmitteln zerstöre diesen Säureschutzmantel. Was durch häufiges Waschen, mit Seife oder Shampoo, allerdings gestört wird, ist die Hautflora. Die Hautflora ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen auf der Haut, die eine gesunde Haut ausmachen. Das trifft auch auf Hunde zu.

Unser Video auf Youtube - Hundeseife selbst herstellen: Pflege und Reinigung auf natürliche Weise

Der pH-Wert der Hundehaut und die Fellreinigung

Die Hundehaut hat einen pH-Wert von über 7, liegt also im Gegensatz zur menschlichen Haut bereits im leicht alkalischen Bereich. Der pH-Wert unserer Haut liegt eher im sauren Bereich bei 5,5. Shampoos für Menschen enthalten Mittel, die den pH-Wert aus dem alkalischen in den neutralen oder gar sauren Bereich verschieben. Seife hat immer einen alkalischen pH-Wert von über 7 bis 11. Es ist also für mich schon unlogisch, dass Seife dem „Säureschutzmantel“ der alkalischen Hundehaut schadet, nur weil sie alkalisch ist. Die Hundehaut bzw. ihre Hautflora ist aber tatsächlich empfindlich und übermäßiges Reinigen schadet ihr mehr, als dass es den Hund gesund erhält, ganz wie übermäßiges Reinigen unserer Haut schadet. Es ist das merkwürdige Bedürfnis mancher Hundehalter, ihren Hund zu oft zu waschen, das letztlich dem Hund mehr schadet als nützt. Nicht die Verwendung von Hundeshampoo oder Seife.

Das Fell eines Hundes ist im Grunde selbstreinigend. Es Bedarf der Pflege durch Bürsten und Kämmen und im Falle von Ekzemen oder Parasiten und durch sie hervorgerufenen Entzündungen der Haut selbstverständlich einer medizinischen Waschsubstanz. Ich wasche meine Hunde nach Bedarf. D.h. wenn sie sich in Aas, Gülle oder Tierkot wälzen oder durch abgestandene, brackig stinkende Gräben pflügen, die schwarzen Schlamm bis an den Bauch hinterlassen. Es ist so unnötig wie auch tatsächlich schädlich für die Hundehaut, Hunde wiederholt zu baden und einzuseifen und sie somit „sauber“ zu halten. Ich stelle meine Hundeseife selbst her und sie hat einen ordentlichen, unverseiften Anteil an pflegenden, rückfettenden Fetten wie Neemöl und Lanolin.

Shampoos für Menschen sollten einen niedrigeren pH-Wert haben und das ist auch einer der Gründe, warum davon abgeraten wird, Hunde mit Shampoo für Menschen zu waschen. Erstens weil der pH-Wert des Shampoos zu niedrig für die Hundehaut ist und zweitens, weil es chemischer Substanzen bedarf, den pH-Wert in Shampoos zu senken, die die Hautflora der Hunde stören. Speziell für die Haare gesiedete Seifen haben heutzutage meist ein Laugedefizit, bzw. eine Überfettung (pflegende Öle bleiben erhalten und werden nicht verseift), das verhindert, dass Haare und Kopfhaut austrocknen. Genauso verhält es sich mit Hundeseifen. Ein anderer Grund, keine Shampoos für Menschen für Hunde zu verwenden, ist, dass in herkömmlichen Shampoos (Flüssigseifen) Zusatzmittel wie Tenside (eine Chemikalie, die zwei verschiedene Flüssigkeiten miteinander verbindet – in einem Shampoo ggf. ein pflegendes Öl und das Wasser) enthalten sind, die das Haar – ob Mensch oder Hund – und die Haut austrocknen können. Um die Haare geschmeidig zu halten, wird nach dem Waschen ein Conditioner verwendet, der aber auch wieder Tenside enthalten kann.

Von der Seife zum Shampoo zurück zur Seife

Es spricht überhaupt nichts dagegen, mit einer gut überfetteten, also rückfettenden Seife, sich selbst die Haare oder das Fell eines Hundes zu waschen. Ich frage mich oft, welchen Zustand die Haare unserer Ahnen gehabt haben müssen, wenn Seife so schlecht für sie ist. Zu Zeiten unser Urgroßeltern gab es noch keine Shampoos. Dies wurde erst 1927 von Hans Schwarzkopf entwickelt. Bis dahin wuschen sich die Menschen die Haare mit Seife aus Tierfetten, die vermutlich wenig bis keine pflegenden Öle enthielten, sondern zu 100% "Kernseife" waren. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Haarwaschmittel in Form von pulverisierten Seifen. Auf Seiten von Friseuren und unzähligen Herstellern von Haarpflegemitteln wird natürlich davon abgeraten, Haare mit Seife zu waschen, man möchte ja seine Produkte vermarkten. Die Konkurrenz in Form von natürlichen Haarpflegemitteln und Seife ist in den letzten Jahren stark gewachsen und mir persönlich gefällt die Entwicklung, da sie auch mit sehr viel weniger Müll einhergeht. 

Fazit

Zu häufiges Waschen mit Shampoo oder Seife schadet sowohl der Hautflora des Menschen als auch der des Hundes. Hundefell ist selbstreinigend und Bedarf der Pflege durch Bürsten und Kämmen. Medizinische Waschsubstanzen sind angezeigt bei Haut- und Fellparasiten und daraus resultierenden Entzündungen der Haut. Nichts spricht gegen die Verwendung von Seifen zur gelegentlichen Reinigung grober und stinkender Verschmutzungen beim Hund. Shampoo für Menschen ist für Hunde ungeeignet. Speziell angefertigte Hundeseifen enthalten rückfettende und hautpflegende Öle. Um die empfindliche Hundenase nicht zu stören und um den eigenen, wichtigen Körperduft des Hundes nicht zu zerstören, sollte bei der Anwendung von Hundeseife und Hundeshampoo auf synthetische Duftstoffe verzichtet und lieber auf natürliche, wie bestimmte unschädliche ätherische Öle, zurückgegriffen oder ganz auf sie verzichtet werden.   

 

Ähnliche Beiträge

Stress bei Hunden

Stress bei Hunden

Selbst gekochtes Hundefutter mit Schweinefleisch

Ernährungsberatung für Hunde