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Ari Zähne ohne Zahnbelag

Wie du die Zahngesundheit deines Hundes schützen kannst

Immer wieder hören wir Hundehalter, wir müssten unserem Hund die Zähne putzen, um Zahnbelag und Zahnstein zu entfernen und vorzubeugen.

Die Futtermittelindustrie bietet auch gleich massenhaft Artikel und auch Futter an, die der Zahngesundheit dienen sollen - gegen Zahnbeläge und Zahnstein, die durch schlechtes Futter erst entstanden sind. Fakt ist, dass Zahnbeläge und Zahnstein, wie beim Menschen, durch Bakterien verursacht werden.

 Zahnpflege beim Hund durch Kauartikel

Mein Hund Ari ist 12 Jahre alt, und ich habe ihm noch gar nie die Zähne geputzt. So, jetzt ist es raus.

Mein Hund bekommt keine Zahnpflegekaustangen oder Rinderhaut, -ohren, -ziemer oder dergleichen. Von hartem Kaumaterial, wie Geweih, halte ich den größten Abstand. Mancher Hund hat sich damit schon sehr böse Zahnverleztungen zugezogen, die erst erkennbar wurden, als der Zahn buchstäblich vergammelt war. Ein Hund hat ein Scherengebiss, mit dem er Fleischbrocken, Sehnen und auch Knochen super zerteilen kann. Ein Hund ist ein Schlingfresser, er muss nicht kauen müssen und hat auch kein Bedürfnis danach. Die Reißzähne (hinteren Backenzähne) in Ober- und Unterkiefer, die diese Schere bilden, dienen nicht zum Kauen, sondern zum Zerkleinern von Nahrung wie größeren Trockenfutterkroketten. Diese Scherenkonstruktion des Hundegebisses macht harte Kauartikel auch so gefährlich. Hunde können sich die Zähne geradezu aushebeln mit harten Kauartikeln. Zumindest können Zähne abbrechen, splittern oder  erleiden unbemerkte, feine Frakturen. Sicherlich reiben sich Zahnbeläge beim "Kauen" von aufgeweichter Tierhaut ab. Dass Trockenfutter Zahnbelag vorbeugt, ist ein Trugschluss. Denn auch Trockenfutter wird kaum gekaut, sondern zerkleinert und geschluckt. Ein Hund hat in seinem Gebiss keine Zähne, die Kauflächen haben wie Pflanzenfresser, die auf ihrer Nahrung herumkauen müssen, um sie verdaulich zu machen. Ein Kauartikel dient mehr der Beschäftigung und sekundär vielleicht auch der Zahnpflege. Ich gebe meinen Hunden getrockneten Pansen oder ein relativ weiches Kaffeeholz.

Ursachen für Zahnbelag beim Hund

Warum hat mein Hund Ari aber keine Zahnbeläge oder Zahnstein? Mit unserem Pinsel war einer der ersten Gänge zum Tierarzt, um ihm unter Vollnarkose die Zähne reinigen zu lassen und anschließend dem Zahnfleisch die Möglichkeit zu geben, seine schlimmen Entzündungen auszuheilen. Er hat fürchterlich aus dem Maul gestunken, als er zu uns kam und ganz sicher haben ihn Schmerzen geplagt. Aber zurück zu den Ursachen von Plaque und Zahnstein beim Hund. Es ist mittlerweise erwiesen, dass die hässlichen und nicht ungefährlichen Beläge nur zu einem Teil durch die Ernährung bedingt sind. Ein großer Teil ist auch Veranlagung und auch rassebedingte Genetik bzw. Form des Gebisses. Im Maul des Hundes findet, im Gegenteil zum Menschen, keine Vorverdauung statt. Der Hundespeichel dient lediglich dazu, die Nahrung gleitfähig zu machen, damit diese auch in großen Brocken verschlungen werden kann. Der Hundespeichel hat keine Verdauungsenzyme, die bereits im Maul mit der Aufspaltung der Nahrung beginnen. Der Hundespeichel hat aber jede Menge Bakterien. Zu viele Kohlehydrate (hier hauptsächlich Getreide) im Futter sind auch dafür verantwortlich, dass der Hund Zahnbelag bekommt. Die Verdauung von Kohlehydraten, Proteinen und Fetten beginnt nicht im Maul und auch nicht im Magen, sondern erst im Dünndarm und dies leitet zu der Schlussfolgerung, dass das Mikrobiom (Gesamtheit aller Bakterien und anderer Mikroorganismen) im Darm und das Säure-Basen-Verhältnis darin für die Bakterien im Hundespeichel und schließlich für die Entstehung von Zahnbelag und -stein verantwortlich sind. Im Darm sitzt nun mal die Gesundheit. Auch beim Hund.

Vorbeugen bei Zahnbelagbildung beim Hund

Die Darmgesundheit, durch eine ausgewogene, am besten selbst gemachte Ernährung, mit auf den tatsächlichen Bedarf des Hundes ermittelten Anteilen von Proteinen, Fetten UND Kohlehydraten unter Zugabe von basenbildenden und probiotischen Nahrungsmitteln, ist meiner Meinung nach die beste Vorbeugung gegen Zahnsteinbildung. Eine zu fleischlastige Fütterung mit auch noch schwer verdaulichen, wertlosen Proteinen wie Tierhaut, die der Zahnpflege dienen sollen, verschieben den pH-Wert im Darm in ein basisches Milieu, dass die Zahnstein bildenden Bakterien eine Party feiern! Yay, mehr von der Tierhaut bitte, wir lieben sie. Ganz abgesehen von der zusätzlichen Belastung von Nieren und Leber, schlechte Stoffwechselprodukte zu filtern und auszuscheiden. Meine Empfehlung ist daher, den Speiseplan eurer Hunde zu überdenken und mit sinnvollen Nahrungsmitteln (frische Kräuter, getrocknete Kräuter, Obst, etc.) zu ergänzen. Das beugt sowohl einer Übersäuerung als auch einem zu alkalischen Milieu und der Besiedelung von schlechten Darmbakterien vor. Auf wertlose, schwer verdauliche Eiweiße wie Kauartikel aus Tierhaut verzichte ich komplett. Ich bin sowieso davon weg, meinen Hunden zu viel Fleisch zu geben und tierische Proteine auch mal mit einem gekochten Ei oder Hüttenkäse zu füttern. Vermutlich hat mein Ari auch eine gute Veranlagung, keinen Zahnbelag zu bilden.

Fazit

Zahnbelag und Zahnstein entstehen beim Hund durch Bakterien, die maßgeblich durch das Futter beeinflusst werden. Kauartikel dienen der Beschäftigung und zweitrangig der Zahnhygiene. Ein Hund hat kein Bedürfnis zu kauen, da ihm dazu erstens das Werkzeug fehlt und er zweitens seine Nahrung herunterschlingt. Kauartikel aus Tierhaut haben den großen Nachteil, die Nieren zu belasten, da sie aus schwer verdaulichem, schlechtem Eiweiß bestehen. Nahrungsmittel, die den Säure-Basen-Haushalt fördern und unterstützen, beugen auch der Zahnbelagbildung vor. Hunde sind genetisch und auch rassetypisch veranlagt, mehr oder weniger Zahnbelag und Zahnstein zu haben.  

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