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Labrador

Allergien bei Hunden und was sie mit der Ernährung zu tun haben

Warum ein ständiger Futterwechsel bei einem Allergiker selten bis gar nicht zur dauerhaften Symptomfreiheit führt.  Ein hypothetisches Beispiel aus dem Praxisalltag.

Liese B. kommt mir ihrem 4 Monate alten Labrador Otto wiederholt wegen wiederkehrenden Durchfällen und Juckreiz in die Praxis. Die Frage nach der Fütterung wird beantwortet mit einem, für mich, minderwertigen Welpen-Trockenfutter, das von der Züchterin empfohlen wurde.

Der Hauptbestandteil dieses Welpenfutters ist Reis. Die Eiweiße setzen sich aus getrocknetem Geflügelprotein, Entenprotein und Lachsprotein, letztere in homöopathischen Dosen, zusammen. Der Gesamtproteingehalt sind 30%. Getrocknetes Protein  ist kein Fleischanteil. Der Deklaration ist nicht zu entnehmen, woraus sich die Proteine tatsächlich zusammensetzen. Es ist daher davon auszugehen, dass hier Tiermehl aus Schlachtabfällen (denn auch Federn sind Proteine) als Proteinquelle genutzt wird. Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Vitamine werden als, zum Teil künstliche, Zusatzstoffe deklariert.

Zurück zu Liese B. und Otto. Schon nach Übernahme von der Züchterin begann Otto sich zu kratzen. Auch die Ohren sind oft krebsrot und entzündet. Otto leidet furchtbar und Frau B. möchte so gerne, dass es ihm besser geht. Der Tierarzt gibt Otto eine Spritze gegen den Juckreiz und Liese M. nimmt Tabletten gegen den Juckreiz sowie Tabletten gegen den Durchfall mit. Einige Male hat Otto schon Antibiotika bekommen und zuguterletzt war auch sein Kot auf Giardien positiv, weshalb sich eine Giardienkur anschloss. Otto geht es kurzfristig besser, bis die Ohren wieder entzündet sind. Beim nächsten Tierarztbesuch bekommt Otto Ohrentropfen und erneut ein Antibiotika. Die Diagnose des Tierartztes: Otto leidet an einer Allergie und er sollte ab sofort ein, nicht gerade günstiges, hypoallergens Futter mit einer neuen Proteinquelle fressen. Otto schmeckt das Allergiefutter überhaupt nicht, Liese B. bleibt aber standhaft und so frisst Otto es mit Todesverachtung. Es scheint ihm damit besser zu gehen. Otto ist mittlerweile 8 Monate alt und Dauergast in der Tierarztpraxis, denn er kratzt sich erneut, leckt sich die Pfoten wund und auch die Ohren geben keine Ruhe. Schließlich wird ein Allergietest durchgeführt und das Ergebnis ist positiv auf Futter- und Hausstaubmilben sowie auf Huhn-, Rind- und Lammfleisch. Da Ottos Aufzucht- und Allergiefutter Geflügelproteine enthielt, wird jetzt auf ein neues Protein umgestiegen. Außerdem soll Liese B. penibel Ottos Decken waschen und das Trockenfutter vor Fütterung einfrieren, damit die Futtermilben abgetötet werden. Das funktioniert auch eine Weile gut und Otto scheint es besser zu gehen, da gehen die Durchfälle und der Juckreiz wieder los… und so weiter und so weiter… Otto ist mittlerweile 1 Jahr alt und eigentlich noch nie gesund gewesen. Er ist oft sehr müde, er benimmt sich gar nicht wie ein einjähriger Hund, sein Fell ist stumpf und wegen seinen Blähungen soll er nicht mehr im Wohnzimmer liegen. Schließlich stellt Liese B. Otto in einer Praxis für Hauterkrankungen vor, wo sein Blut abgenommen wird. Das Ergebnis zeigt erhöhte Leberwerte sowie Bauchspeicheldrüsenenzyme außer der Norm, das Blutbild ist schlecht. Er bekommt sofort eine Infusion für die Leber und außerdem Tabletten für die Leber und Pankreasenzyme für daheim. Ein erneuter Allergietest zeigt, dass Otto mittlerweile auf fast alles allergisch ist. Jetzt wird erneut das Futter gewechselt. Vielleicht Ziege und Tapioka, oder Insekten und Hirse, oder oder…

Was ist mit Otto geschehen?

Otto hat, wie seine Mutter bereits, quasi von Geburt an Trockenfutter bekommen womit der Grundstein seiner Erkrankung gelegt war. Durch die Fütterung des (minderwertigen) Trockenfutters war es Otto nicht möglich, eine, für einen (nicht strikten!) Fleischfresser, gesunde Darmflora aufzubauen. Hundewelpen bekommen schon, oder sollten, durch die Mutter wichtige Bakterien und Verdauungsenzyme übertragen. Das geschieht bereits durch die Geburt im Geburtskanal, durch die Muttermilch und durch Putzen und Abschlecken. Otto hat vermutlich diese wichtigen Stoffe durch die schon mangelhafte Ernährung der Mutter nicht erhalten und konnte danach durch die Fütterung des Trockenfutters keine gesunde Darmflora aufbauen.

Alle Ausgangsstoffe werden bei der Herstellung jedes Trockenfutters bis zur Unkenntlichkeit zerkleinert und stark erhitzt. Dabei werden Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zerstört, Proteine denaturiert und wertvolle Bakterien haben keine Chance. Diese „Pampe“ wird dann hinterher mit Fett, künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen und Geschmacksverstärkern besprüht, denn freiwillig fressen würde das kein Hund. „Das einzige was im Trockenfutter noch lebendig ist, sind die Futtermilben“. Übrigens ja, es werden beim Einfrieren des Trockenfutters die Milben getötet. Allergieauslöser sind aber die Ausscheidungen der Milben, sowohl die Futtermilben als auch deren Ausscheidungen und somit das Allergen sind nach wie vor im Futter vorhanden. Bei einer Allergie auf Futtermilben hilft nur ein Wechsel auf ein Nassfutter. 

Ist Otto noch zu helfen? Ja, ja und nochmal ja. Ich kann nur jedem Hundehalter dringend raten, seinen pelzigen Freund so naturnah wie möglich zu füttern. Insbesondere Allergiker. Eine schonende Umstellung auf natürliches Futter (das muss nicht BARF sein) hat in vielen Fällen schon gezeigt, dass selbst Allergiker auf z.B. Rind im Fertigfutter durchaus nicht auf Rind in natürlicher Form als Allergen reagieren. Rind ist im Grunde ein natürliches Nahrungsmittel für Hunde und kein Allergieauslöser. Immunologische Reaktionen auf Nahrungsbestandteile im Fertigtrockenfutter pflanzen sich geradezu fort und so folgt eine Unverträglichkeit auf die andere, weshalb ein ständiger Futterwechsel nicht von Erfolg gekrönt sein wird, so lange der Hundedarm nicht in Ordnung ist. Auch Desensibilisierungen, teils über Jahre, helfen nur kurzzeitig. Diätfutter beschränken sich zwar meist auf ein neues Protein, künstliche Zusatzstoffe aber bleiben erhalten. Somit hat ein Wechsel auf ein neues Futter auch keinen Sinn, wenn das Futter nicht selbst zubereitet wird und der Darm nicht die Möglichkeit bekommen hat, gesund zu werden und ein gesundes Mikrobiom zu etablieren. 

Eine konsequente Ausschlussdiät und Eine Entgiftung des Darms sowie im Anschluss der Aufbau einer funktionierenden Darmflora muss durchgeführt werden, um Otto dauerhaft symptomfrei und gesund zu bekommen. Leider ist vielen Haltern dieser Prozess zu aufwendig, denn das geht nicht von heute auf morgen sondern dauert Wochen, wenn nicht Monate. Und so wird wieder zum nächsten Diät-Trockenfuttermittel gegriffen. Zusätzlich tanzen in einem kranken Hundedarm Giardien Samba. Es ist nicht so, dass einige Gegenden mit Giardien verseuchter sind als andere. Es ist eher so, dass es zu viele Hunde mit einem Abwehr geschwächtem Darm gibt. Wird der Hund nun noch mit einem sehr stärkehaltigen Futter (Reis als Hauptbestandteil) gefüttert, das Nahrungsgrundlage für Giardien darstellt, da sie sich von Stärke ernähren, ist ein Teufelkreis geschaffen.

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